Transformationsprozess - Kammgarn

Transformationsprozess

Einleitung / Danksagung

Wir, der Verein KiK Kultur im Kammgarn (kurz KiK) dürfen in Zusammenarbeit mit Jardin de Ville (kurz JDV) im Zeitraum von Januar 2025 bis Ende 2026 einen Transformationsprozess durchführen. Finanziert wird der Prozess durch die Jakob und Emma Windler-Stiftung mit Sitz in Stein am Rhein, sowie durch die öffentliche Hand (Stadt und Kanton Schaffhausen), welche durch die finanzielle Absicherung des Betriebs auf ihre Weise dafür sorgt, dass unser Kulturbetrieb, welcher zu den wichtigsten Institutionen der Region gehört, während und nach dem Prozess finanziell abgesichert ist.

Ziel des Entwicklungsprojektes ist es, die strukturellen Herausforderungen, unseres, seit 1997 in praktisch unveränderter Form betriebenen Kulturbetriebs (HIER gehts zur Geschichte der Kammgarn), anzugehen und den Betrieb für die Zukunft zu sichern.

Der Zeitpunkt ist ideal: Mit der Pensionierung des letzten Urgesteins, Weg-(Mit)Bereiter und langjährigen Präsidenten der heutigen Kammgarn, im Sommer 2026, droht ein Wissensverlust, der mit geschicktem Transfer rechtzeitig überbrückt werden kann.

Wir danken der Jakob und Emma Windler-Stiftung sowie Stadt und Kanton Schaffhausen von Herzen für die Unterstützung bei diesem spannenden Projekt.

Übersicht Prozess-Phasen

Phase 1: Projektorganisation
Bearbeitungszeitraum: Q1 2025

Phase 2: Externe Analyse
Bearbeitungszeitraum: Q2 2025

Phase 3: Vision/Zielbild
Bearbeitungszeitraum: Q3 2025

Phase 4: Verankerung und Strategie
Bearbeitungszeitraum: Q3 2025

Phase 5: Taktik und Planung
Bearbeitungszeitraum: Q4 2025

Phase 6: Bearbeitung strategische und taktische Handlungsfelder
Bearbeitungszeitraum: 2026

Phase 7: Projektabschluss
Bearbeitungszeitraum: Q4 2026

Gremien im Überblick:

Auftraggeber:in:Kultur im Kammgarn
Projektgruppe: Pascal Bührer, Raphael Schemel, Laura Bösiger, Jane Wakefild
Interne Projektleitung: Pascal Bührer, Raphael Schemel
Externe Begleitung: Laura Bösiger, Jane Wakefield
Arbeitsgruppen: Arbeitsgruppen zur Bearbeitung der einzelnen Handlungsfelder

Tagebuch

24.02.25 Onlinesitzung Projektabschluss

Phase 1 ist abgeschlossen! Das Hauptziel der ersten Phase war die Projektorganisation, in der wir unter anderem den Projektrahmen geklärt haben, die Begleitkommunikation und deren Kanäle definiert haben (das hier ist übrigens einer davon), einen Ressourcenplan erstellt, sowie Reporting- und Forecastvorlagen gestaltet haben.

Mit der Sitzung am 24.02. konnte die interne Projektgruppe gemeinsam mit der externen Begleitung (siehe Gremien) die Phase abschliessen und feststellen, dass das Projekt von allen bisher involvierten Stakeholdern nach wie vor unterstützt wird. Die erste Phase liest sich für Unbeteiligte vielleicht noch nicht wie ein nervenaufreibender Krimi, besonders die interne Projektleitung hatte aber immer mal wieder Maloney Momente – ist ein so detailliert geplantes Projekt für sie doch noch ein bisschen Neuland.

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16.04. Lancierung Umfrage

Jetzt gilt es ernst! Wir wollen wissen, was die Schaffhauser Bevölkerung von unserem Kulturangebot hält, was sie anders machen würde und vieles mehr.

Um das herauszufinden, streuen wir eine Umfrage zum Thema «Die Kammgarn in der Zukunft».
Die Umfrage wird breit gestreut, nicht nur in unserer Bubble. Also bitten wir auch den Stadt- und Kantonsrat um Teilnahme, bitten unsere regionalen Zeitungen um Mithilfe, schalten Werbung in den sozialen Medien und vieles mehr.

Die Umfrage kann HIER ausgefüllt werden. Wir sind gespannt!

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20.05. Abschluss Umfrage

Die Umfrage war nun etwas länger als einen Monat online und es haben über 200 Personen teilgenommen.

Hier ein paar demografische Insights, alles Weitere würde den Rahmen sprengen. Vor allem haben wir mit der Auswertung ja gerade erst begonnen 🙂

  • 26% der Teilnehmenden sind zwischen 55 und 66 Jahre alt, 23% zwischen 35 und 44
  • Ziemlich genau die Hälfte der Teilnehmenden wohnt im Stadtgebiet, die andere Hälfte ausserhalb und 13 Personen haben eine deutsche Postleitzahl angegeben
  • 5% der Teilnehmenden haben angegeben, in der Politik tätig zu sein

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19.06. Analysebericht

Aus den rund 200 Antworten, die wir auf unsere Umfrage erhalten haben, haben Jardin de Ville einen Analysebericht und einer Hand voll Handlungsempfehlungen, einerseits auf Organisationsebene, aber auch bzgl. Zusammenarbeit der Mitgliederorganisationen (IG Kammgarn, Vebikus, TapTab) und in Hinsicht auf die Arealentwicklung erstellt.

Hier die spannendsten Erkenntnisse aus der Umfrage:

  • Der Aussage Kultur ist wichtig für das Zusammenleben in Schaffhausen rund 85% der Befragten zugestimmt
  • Ebenfalls 85% finden Die Kammgarn ist ein wichtiger Kulturort für Schaffhausen und Region
  • 3/4 der Befragten sagen Schaffhausen braucht ein starkes kulturelles Zentrum
  • ebensoviele sind der Meinung Die Kammgarn eignet sich als kulturelles Zentrum für die Region
  • Über 60% denken Die Neugestaltung des Kammgarn-Areals ist eine grosse Chance für Schaffhausen
  • Und gute 60% sind der Meinung, um eine Zentrumsfunktion zuerfüllen, braucht die Kammgarn eine solide finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand.

Mit diesen und weiteren Resultaten geht es nun in die nächste Phase, Vision/Zielbild.


08.07. Zukunftswerkstatt

Am Abend des 08.07. haben wir in der Kammgarnhalle eine Zukunftswerkstatt durchgeführt, zu der wir alle Umfrageteilnehmer:innen eingeladen haben, teilzunehmen. Wir haben zudem alle grösseren Parteien angeschrieben und über Social Media, sowie eigenen und externen Newslettern auf den Event hingewiesen. Unserer Einladung sind über 30 Personen gefolgt, bzw. haben sich angemeldet. Natürlich kommt es bei solchen Events auch immer zu No-Shows, wodurch für die Werkstatt dann insgesamt 23 Personen erschienen sind.

Unter den Teilnehmenden waren Personen aus der Politik und der öffentlichen Hand, alte und neue Kammgarn-Friends, aber auch Personen, die sich einfach generell für die Kammgarn interessieren.

In den Rund drei Stunden wurden unter der Moderation von Jane und Laura von Jardin de Ville Fragen gestellt und beantwortet, Post-Its beschriftet, Wünsche formuliert und Zukunftsszenarien gezeichnet – darunter ein paar ziemliche Kunstwerke! Vier Personen aus dem Kammgarn-Team fungierten als Tischmoderator:innen, deren Aufgabe es vor allem war, den sportlichen Zeitplan einzuhalten.

Zum Glück war eine Fotografin anwesend! An dieser Stelle vielen Dank an Lisa Vogelsanger, die für die folgenden Schnappschüsse verantwortlich ist.


Wenn du gwundrig bist, was auf der Leinwand sonst noch zu sehen war, HIER kannst du die gesamte Präsentation von Jardin de Ville anschauen.

Nach der Werkstatt wurde in losen Gruppen noch angeregt, und unterstützt von kalten Plättchen, über KiK und das gesamte Kulturzentrum diskutiert. Vereinzelt bekamen wir auch im Nachgang noch Inputs von Teilnehmenden, was uns sehr gefreut hat.


10.07. Zielbildworkshop

Mit einem umfangreichen Päckli an Wünschen und Inputs hat sich das KiK-Team zwei Tage nach dem Zukunftsworkshop daran gemacht, ein Zielbild zu formulieren. Das KiK-Kernteam hat, ebenfalls unter der Leitung von Laura und Jane, wieder einen ganzen Stapel Post-Its verbraten und staunte nicht schlecht, als Laura in Windeseile die gesammelten Begriffe geclustert und in ein fast schon perfektes Zielbild zusammengefasst hat.

Der Workshop hatte auch einen teambildenden Charakter und hat viel zur Identifikation mit unserem Kulturlokal beigetragen, zum Beispiel mit Fragen wie

  • Seit wann engagiere ich mich in der Kammgarn?
  • Wie war es, als ich angefangen habe?
  • Mein bestes Kammgarnerlebnis…
  • Was wünsche ich mir für die Zukunft?

Auch unser bestehendes Leitbild wurde an diesem Tag wieder einmal hervorgeholt und zwar um zu checken, ob unser erarbeitetes Zielbild sich mehr oder weniger damit deckt – und siehe da, das tut es in den meisten Punkten.

Nach einer Konsent-Runde, in der alle Mitarbeitenden bestätigen mussten, dass sie mit den gemeinsam erarbeiteten Formulierungen einverstanden sind, wurde Jardin de Ville nun damit beauftragt, das Ganze in Form, sprich in unser neues Zielbild zu giessen. Wir sind gespannt!

Die folgenden Fotos haben wir selber geschossen, aber das merkst du selber 🙂

UPDATE: Unser Zielbild ist in Form gebracht und an den Workshops am 25.08. mit dem gesamten Team und am 26.08. mit dem Kernteam, definieren wir strategische Themenfelder.

HIER kannst du unser Zielbild anschauen und HIER findest du zudem unsere Ideensammlung zum Kulturzentrum, bzw. zum Kammgarn Areal.


25.08. Workshop Verankerung im Team

Kurz vor unserem Saisonstart hat sich unser Kernteam, gemeinsam mit unserem Event-Team (Kasse, Bar, Garderobe, Sicherheit) getroffen, um das mit Hilfe der letzten beiden Workshop erstellte Zielbild zu spiegeln und die Erkenntnisse daraus zu besprechen. Es war für das Kernteam sehr spannend zu hören, wie unser, aus vielen jungen Personen bestehende Event-Team, KiK wahrnimmt, was ihre Beweggründe sind, bei uns zu arbeiten, was ihnen wichtig ist bei der Arbeit und was sie von uns als Kulturbetrieb erwarten.

Auch diesen Event hat Lisa Vogelsanger fotografisch für uns festgehalten (siehe unten), um aber noch besser zu verstehen, was wir am Verankerungsworkshop genau gemacht haben, lohnt sich ein Blick in die Präsentation von Jardin de Ville.


26.08. Workshop strategische Handlungsfelder

Das war eine intensive Woche! Unser Saisonstartfest rückte immer näher und trotzdem fanden wir die Zeit, einen weiteren Workshop durchzuführen. In diesem Workshop haben wir im Kernteam, wie der Titel schon sagt, die strategischen Handlungsfelder skizziert.

Auch dieser Workshop war sehr spannend, da wir dieses Mal noch mehr Stimmen zu hören bekamen, als beim letzten Workshop mit dem Kernteam – damals waren nämlich ein paar Mitarbeitende in den Ferien.

Von den Workshops am 25. und 26. August existiert ein Foto-Protokoll, welches dir noch ein bisschen detaillierter zeigt, über was wir alles gesprochen haben.


September 2025: Abschluss Phase 4 – Verankerung und Strategie

Auch die vierte Phase unseres Prozesses konnten wir erfolgreich abschliessen. Wir würden dir hier auch gerne auch ein paar hübsche Fotos zeigen, aber Screenshots von Onlinesitzungen in der Projektgruppe, an denen wir die strategischen Handlungsfelder abnehmen, sind gar nicht so mega spannend. Viel spannender wird dann die Phase 5, für die auch wieder einige Workshops geplant sind, von denen es dann auch Fotos geben wird – bleib dran!


November 2025: Arbeit am Projektplan

Wir haben jetzt einen SAUS! Im neu gegründeten Strategieausschuss, bestehend aus Raphael (Programmleitung, interne PL) Pascal (Leitung Kommunikation, interne PL), Nadine (Leitung Gastro) und Peter (Leitung Betrieb) sind wir in den letzten Wochen immer wieder mal zusammengesessen und haben einen Plan geschmiedet, besser gesagt einen Projektplan – immer dabei: Laura und Jane von JDV.

Wir haben, mit unserem Strategieplan aus Phase 4 als Grundlage, wie die Wilden budgetiert und priorisiert, Teilprozesse zerlegt und konkrete Massnahmen abgeleitet. Das Ganze hat in einem übersichtlichen Projektplan geendet, sowie einem gäbigen Massnahmenüberlick mit Zeitstrahl – es gibt viel zu tun! (das monströse Projektbudget-File dazu ersparen wir dir, sonst glaubst du noch, wir wollen Mitleid)

Das machen wir natürlich nicht alleine! Für einige Gruppenarbeiten haben wir bereits Leute aus dem Team nach unserem Gusto eingeteilt. Die ganze Chose wurde dem Team am 10. Dezember aber auch noch präsentiert, welches Fragen stellen, und sich im Nachgang für verschiedene Massnahmen melden konnte, zu denen sie ihre Expertise einbringen möchten.

Vom Feeling her haben wir ein gutes Gefühl (frei nach Fatoni), das Team soweit wir das beurteilen können auch:


Dezember 2025: Thema Kulturzentrum

Zur Zeit fühlen wir uns ein bisschen alleine hier unten. Wären Vebikus und TapTab nicht noch da, würden wir wohl die ganze Zeit in Unterhosen rumlaufen. Das ändert sich aber spätestens in der zweiten Hälfte 2026, wenn die ersten neuen Nachbar:innen in den Westflügel einziehen. Im Zuge dieser Veränderung der Nachbarschaft kommt bei uns und unseren alten Nachbar:innen auch immer wieder das Thema Kulturzentrum und Areal auf.

Im Kammgarn-Areal werden neue Zielgruppen erwartet, ein neues kulturelles wie soziales Zusammenleben wird stattfinden. Wir freuen uns!

Heute so…

Morgen so…

Natürlich haben wir von KiK Kultur im Kammgarn keine alleinige Entscheidungskompetenzen, was die Arealbespielung und das Thema Kulturzentrum angehen. Wir haben allerdings bereits im Sommer 2025 unsere Haltung dazu in einer Ideenliste verschriftlicht.

Seither gab es mehrere Sitzungen mit unseren Nachbar:innen und der öffentlichen Hand, zuletzt im Dezember, wo wir mit Stadt und Kanton und Vertreter:innen der IG Kammgarn über die Optionen zur Zusammenarbeit auf dem neugestalteten Areal diskutierten.


Jahresrückblick 2025

Das erste Jahr unseres Entwicklungsprozesses ist um. Herausgekommen ist unter anderem eine Analyse ein Zielbild, eine Strategie für die kommenden zwei Jahre und ein Projektplan mit den Massnahmen, die wir 2026 umsetzen. Zusammengefasst können wir sagen: Wir sind im Zeitplan, im Budget und die Grundlagen, die auf dem Plan standen, sind erarbeitet.

Nachdem wir bis im Sommer noch auf einer sehr hohen Flughöhe unterwegs waren und im Herbst zum Sinkflug ansetzten, bringen wir 2026 also ganz viele Themen auf den Boden. Kleiner Spoiler: Im Januar steht als erstes das Thema Organisationsdesign auf dem Programm – dazu gehören unter anderem die Überarbeitung des Organisationsmodells, des Organigramms und die Festsetzung eines Stellenplans für verschiedene ökonomische Szenarien.

Während wir im Hinter– und teils auch im Vordergrund an unserem Prozess gearbeitet haben, haben wir natürlich auch das Tagesgeschäft nicht vergessen. 2025 war ein gutes Konzert- aber ein nicht ganz so gutes Party-Jahr, dazu aber später mehr. Wir durften uns über einige ausverkaufte Konzerte freuen, durften Gäste aus der ganzen Schweiz, Deutschland und manchmal sogar von weiter weg bei uns begrüssen – und seit wir nach jeder Veranstaltung versuchen per Mail deren Feedback einzuholen, stellen wir fest: Es gefällt ihnen sogar ausserordentlich gut bei uns. Hier noch ein paar Impressionen unserer diesjährigen Konzerte, beim Klick auf den Event gibt es dort auch eine Galerie mit weiteren Fotos:

Fotos: Laura Rubli
Fotos: Samuel Rufer
Fotos: Lisa Vogelsanger
Fotos: Laura Rubli

Auch wenn wir feststellen durften, dass Live-Musik immer noch, oder vielleicht sogar mehr als sonst, gefragt ist, hat die Medaille auch eine Kehrseite: Die Gagen sind gestiegen, die Kosten, die ein Konzert von A bis Z verschlingt genauso – und das bei immer geringerem Umsatz an der Bar. Letzteres stellen wir vor allem bei Parties fest. Der Trend zum gesunden Lebensstil mit weniger Alkohol und anderen Hobbies als «Party machen» ist schweizweit, wenn nicht sogar global spürbar – auch bei uns. Eigentlich ja eine gute Sache, aber wer den oft defizitären Konzertbetrieb bisher mit Parties querfinanziert hat, steht plötzlich vor einer neuen Herausforderung.

Nichtsdestotrotz freuen wir uns auf das zweite Transformations-Jahr und auf ein arbeitsreiches Januarloch!

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