05.05.2026 - 09.05.2026: 37. Schaffhauser Jazzfestival - Kammgarn

Von

Dienstag 05.05.2026

Bis

Samstag 09.05.2026

Genre

Eintritt

Informationen zu Ticketpreisen und Vorverkauf findest du auf der Website des Jazzfestivals

Präsentiert von

37. Schaffhauser Jazzfestival

Events in der Kammgarn

Dienstag, 5. Mai – 20:30 Uhr Flury / Keller

Michael Flury (Posaune), Simone Keller (Klavier), Philip Bartels (Arrangements)

Da haben sich ja die Richtigen gefunden! Sie, das ist Simone Keller, eine vielfach ausgezeichnete, klassisch geschulte Pianistin, die sich auf international etablierten Bühnen bewegt; eine rastlose Tüftlerin mit einem Faible für Neue und neueste Musik, die man durchaus auch an den Reglern elektronischer Geräte antreffen kann, mit denen sie industrielle Klänge durch düstere Nachtclubs wabern lässt. Er, das ist Michael Flury, ein am Jazz geschulter «Posaunen-Derwisch», wie ihn SRF einst nannte; ein Musikarchäologe, der auch mal auf Muscheln spielt und sich den Ursumpf des Südstaatenblues über 130 Jahre alte Phonographen aneignet. In Schaffhausen widmen sich die beiden musikalischen Borderliner gleichermassen dem Superstar Franz Schubert und heute unbekannten schwarzen Komponistinnen der Dreissiger- und Vierzigerjahre wie Irene Higginbotham oder Lil Hardin Armstrong (die Frau von Louis), die nie die Anerkennung erhielten, die ihnen zustand. An diesem ruhigen Liederabend verweben Keller und Flury das alles zu einem grossen, runden Bogen.

Mittwoch, 6. Mai – 20:00 Uhr Morgenthaler / Röllin / Ruben

Robert Morgenthaler (Posaune, Effekte), Urs Röllin (E-Gitarre, Effekte), Tanel Ruben (Schlagzeug)

Wenn man am Schaffhauser Jazzfestival einen Menschen nicht vorzustellen braucht, dann ist das Urs Röllin. 1990 hat er das Festival mitgegründet und es dann 35 Jahre lang mit bemerkenswerter Vehemenz geleitet. Darüber könnte man fast vergessen, dass Röllin selbst ein ausgezeichneter Gitarrist ist. Und ein ausserordentlich beständiger. Seit über 20 Jahren groovt er mit dem Posaunisten Robert Morgenthaler, der in seiner über 50-jährigen Karriere durch die Welt tourte und die Bühne teilte mit Stars wie Carla Bley, Lee Konitz und Kenny Wheeler. 2018 kam der in Estland als Jazzmusiker des Jahres ausgezeichnete Schlagzeuger Tanel Ruben dazu. Das Trio Morgenthaler-Röllin-Ruben ist längst arriviert, aber die Musik bleibt hochexplosiv: eine lausbübische Mischung aus Avantgarde und Groove, aus melodiösen Kompositionen, vertrackten Metren und wilder Improvisation. Nach dem ersten Album «Mister Z», das dem Soundexperimenteur Frank Zappa gewidmet war, taufen die drei nun in Schaffhausen ihr zweites, und der Name ist Programm: «Alarmstufe Rot».

Mittwoch, 6. Mai – 21:00 Uhr L’Orage Overflow

Nelson Schaer (Schlagzeug), Ganesh Geymeier (Tenorsaxophon), Annika Granlund (Tuba), Julia Rueffert (Posaune), Robin Girod (E-Gitarre), Fabien Iannone (Bass), Tapiwa Svosve (Altsaxophon), Flavie Ndam (Altaxophon), Lukas Thoeni (Trompete), Sophia Nidecker (Tuba)

In der Romandie ist die Groove-Kapelle L’Orage längst Kult. Vor zehn Jahren erhielt der Schlagzeuger Nelson Schaer, den man als Taktgeber von Erika Stucky kennt, eine Carte Blanche eines renommierten Musikclubs. Er gründete eine Band mit bekannten Namen der Jazz- und Alternativeszene und entwickelte – abseits aller akademischen Komplexität – mit treibenden Rhythmen und spirituellen Melodien einen hypnotischen Sound. Nach hunderten Konzerten, drei Alben und überschwänglichen Kritiken nutzte einer der vier Musiker, der charismatische Saxophonist und Träger des Schweizer Musikpreises Ganesh Geymeier, seinerseits eine Carte Blanche, mit der er die Band transformierte und um sechs (!) Bläserinnen und Bläser erweiterte. L’Orage Overflow ist eine Live-Urgewalt, eine cineastische Klangwelt, eingebettet in die altbekannte Bandästhetik. Die Afrobeat-Legende Fela Kuti hätte ihre helle Freude gehabt.

Wetten, dass Sie es nicht allzu lange auf ihrem Stuhl aushalten?

Donnerstag, 7. Mai – 20:00 Uhr Yumi Ito

Yumi Ito (Klavier, Gesang), Alessio Cazzetta (E-Gitarre), Nadav Erlich (Kontrabass), Iago Fernández (Schlagzeug)

Das Schaffhauser Jazzfestival stellt dieses Jahr die Leitfrage: «Was ist Jazz?» Und an Yumi Ito lässt sich diese Frage ideal erörtern. Die Baslerin wuchs als Tochter eines japanischen Konzertpianisten und einer polnischen Mezzosopranistin auf. Mit acht Jahren debütierte sie als Solopianistin mit dem Zürcher Kammerorchester. Später zog es sie als Sängerin in den Jazz. Heute wird Yumi Ito international als Innovatorin gefeiert, die ihre Wahnsinnsstimme auch mal einsetzt wie ein Instrument und den Jazz in mutigen Kompositionen mit federleichtem Pop vermischt. Mal stimmt sie minimalistische japanische Wiegenlieder an, mal finden sich die Zuhörerinnen und Zuhörer plötzlich inmitten eines lautmalerischen Experiments wieder. 2020, als Corona die Kultur lahmlegte, trat sie im Livestream des Schaffhauser Jazzfestivals mit dem elfköpfigen Yumi Ito Orchester mit Streichern, Holzbläsern, Harfe und Vibraphon auf. Kürzlich veröffentlichte sie ihr erstes Soloalbum. Nun gibt sie in Schaffhausen einen ersten Einblick in ihr bald erscheinendes Quartett-Album. Genau das alles ist heute Jazz.

Donnerstag, 7. Mai – 21:00 Uhr Nicole Johänntgen “Robin”

Nicole Johänntgen (Saxophon), Manon Müllener (Klavier), Sonja Bossart (E-Bass), David Stauffacher (Perkussion), Roberto Hacaturyan (Perkussion)

Hier wird nicht lange gefackelt. Schon ab dem ersten Ton breiten Roberto Hacaturyan und David Stauffacher mit Congas, Bongos, Trommeln und Becken ein Perkussionsgewitter aus. Darüber tanzt das warme Saxophon von Nicole Johänntgen; mal säuselt es melancholisch leise, mal flirrt es über die karibischen Rhythmen, immer im Dienste der Melodie. Johänntgen, die Einflüsse aus Europa, Südamerika und New Orleans verschmelzt, scheint alles zu können auf ihrem Instrument; vor allem aber tut sie es mit einer Hingabe, die einen als Zuhörerin dann doch ein wenig staunen lässt. Wenn sie über die Bühne tanzt, verflucht man die Saalbestuhlung. Kein Wunder, folgen ihr auf Instagram fast 200’000 Menschen. Kein Wunder, ist sie gerade von einer Tournee in Brasilien zurück. Mit der neuen World-Jazz-Band «Robin» erfindet die mit Preisen überhäufte Bandleaderin die Musik nicht neu. Doch diese Musik will auch nicht neu erfunden werden. Sie soll Freude machen, und wie sie das tut!

Freitag, 8. Mai – 20:00 Uhr Kappeler / Zumthor

Vera Kappeler (Klavier), Peter Conradin Zumthor (Schlagzeug)

Peter Rüedi, der Übervater der Schweizer Jazzkritik, nannte sie kürzlich «a couple made in heaven»: die klassisch ausgebildete Pianistin Vera Kappeler und den Perkussionisten und Autodidakten Peter Conradin Zumthor. Letzterer gehört in Schaffhausen praktisch zum Inventar. Vor zwei Jahren dämpfte der sperrige Klangtüftler die Klöppel der Glocken in Stein am Rhein. Vor einem Jahr sass er für die Uraufführung seiner Kammersymphonie für zwei Klaviere, zwei Schlagzeuge und zwei Bläser auf der Kammgarn-Bühne. Und jetzt also im legendären Duo mit Vera Kappeler, der grossen Unberechenbaren des Schweizer Jazz. Zusammen arbeiten sie mit Theatermachern und Autorinnen, bringen auch mal die Mauer eines Stausees zum Klingen oder bespielen einen Turm auf einem Alpenpass. Mit grosser Umsicht und Sorgfalt, aber auch mit Sinn für Kontraste, Kuriositäten und Komik modellieren die beiden aus Melodiefragmenten und rhythmischen Mustern eigene Klangbilder, oft verhaftet in ihrer gemeinsamen Heimat Haldenstein bei Chur. Das ist grosse Kunst. Und gleichzeitig die perfekte Einstiegsdroge in den zeitgenössischen Jazz.

Freitag, 8. Mai – 21:00 Uhr Biondini – Godard – Niggli “Fables of Time”

Luciano Biondini (Akkordeon), Michel Godard (Tuba, E-Bass, Serpent), Lucas Niggli (Schlagzeug, Perkussion)

Klingt das alpin – oder mediterran? Nennt sich das Kammermusik – oder Folklore? Gehen die Wurzeln dieser zauberhaften Musik zurück in Mittelalter, Renaissance und Barock – oder ist sie gar frei erfunden? Sowohl als auch. Wenn sich Luciano Biondini (Akkordeon, Italien), Michel Godard (Tuba und Serpent, Frankreich) und Lucas Niggli (Schlagzeug, Schweiz) zu einer der interessantesten Working-Bands der europäischen Jazz-Szene zusammenfinden, lassen sie Stile, Epochen und Regionen aufeinanderprallen, bedienen sich bei Georg Friedrich Händel und Brad Mehldau gleichermassen und erzählen poetische Geschichten. In welcher Fabulierlust sich die drei hochdekorierten Virtuosen spielen können, erlebte Schaffhauser 2013, als sie am Jazzfestival ein derart legendäres Konzert spielten, dass sie einige Mitschnitte auf ihr zweites Album packten. Jetzt, 13 Jahre später, kommt das Trio zurück – und präsentiert sein lang erwartetes drittes Album «Fables of Time». Ein Pflichttermin!

Samstag, 9. Mai – 19:30 Uhr Niculin Janett Quartet feat. Rich Perry & special guest Dimitri Howald

Niculin Janett (Altsaxophon), Rich Perry (Tenorsaxophon), Lisa Hoppe (Kontrabass), Philipp Leibundgut (Schlagzeug), special guest Dimitri Howald (Gitarre)

Sie stöbern etwas ratlos durch dieses ausschweifende Festivalprogramm? Sie suchen neben all den Klangexperimenten, neben World Music, Pop und Afrobeat nach einer grundehrlichen Modern Jazz Band, verwurzelt in der US-Tradition, zeitgenössisch und elegant? Dann hat Ihre Suche jetzt ein Ende. Vor über zehn Jahren ging der junge Saxophonist Niculin Janett, Spross einer Unterengadiner Musikerdynastie, nach New York und studierte dort bei Rich Perry. Der Tenorsaxophonist wurde einst von Chet Baker angeheuert, Maria Schneider komponierte für ihn, doch Perry ist ein Mann ohne Dünkel. Aus Janetts Mentor wurde ein Freund, und aus den beiden Instrumenten wurde eine Symbiose. Auf mittlerweile fünf Alben zeigen die beiden Saxophonisten eindrucksvoll, wie dringlich man ihr Instrument selbst im introvertierten Flüsterton spielen kann, warm, rund, mit feinen Nuancen. Mit Lisa Hoppe am Kontrabass und Philipp Leibundgut am Schlagzeug hat Janett langjährige Gefährten im Quartett, und der Gastgitarrist Dimitri Howald schliesst die Rhythm-Section fliessend an die Bläser an.

Samstag, 9. Mai – 20:30 Uhr Kristin Beradi & Lukas Traxel

Kristin Berardi (Gesang), Lukas Traxel (Kontrabass)

Lukas Traxel – dass der Name nicht ganz oben auf den Listen Schweizer Jazzer erscheint, ist dem Umstand geschuldet, dass der Urner seinen Kontrabass vor allem in den Dienst anderer stellt. Er war noch keine dreissig, da war er schon auf über dreissig Aufnahmen zu hören, spielte mit internationalen Stars von Kurt Rosenwinkel über Lionel Loueke bis Nils Wogram. Sie alle liebten sein Spiel, geerdet wie die Urner Berge, rauschend wie die Reuss. Als er 2023 endlich ein Album mit seinem eigenen Trio aufnahm – am Schlagzeug der Berliner Moritz Baumgärtner und Otis Sandjsö aus Schweden am Saxophon – war die Kritik begeistert: avantgardistischer, rhythmisch getriebener Jazz, «kompakt, tief und organisch bis ins Mark». In Schaffhausen stellt Traxel seinen Bass in den Dienst einer besonderen Stimme. Kristin Berardi ist eine der herausragenden Sängerinnen Australiens, die gern Exkursionen in Soul und Folk unternimmt und dabei stets angenehm geerdet bleibt. Berardi und Traxel führen eine beinahe kammermusikalische Improvisations-Konversation, die nicht nur Jazzfans berührt.

Samstag, 9. Mai – 21:30 Uhr ARBRE

Paul Butscher (Flügelhorn, Gesang, Synthesizer), Mélusine Chappuis (Rhodes, Gesang, Electronics), Xavier Almeida (Schlagzeug)

Wir befinden uns im All. Oder irgendwo in einer anonymen Grossstadt. Der Klangteppich jedenfalls, den das Berner Trio ARBRE ausrollt, wird lang und länger, und was darauf anklingt, scheint in einem grossen Traum ineinander zu verschmelzen – das Flügelhorn, mit dem Paul Butscher unserem Gemüt schmeichelt, Xavier Almeidas klares, repetitives und knorriges Schlagzeug und Mélusine Chappuis’ Keys und seine verspielten elektronischen Geräte. Das junge Kollektiv, das die Grenzen zwischen Jazz, Indie-Rock, Psychedelik und Elektronika auslotet, gibt es erst seit ein paar Jahren, doch es tourt munter über die Bühnen Westeuropas. Dort umhüllt ARBRE die Zuhörerinnen mit einer leicht unheimlichen Wohligkeit, die an einen gewissen Nils Petter Molvær erinnert, der dem Jazz Ende der Neunziger eine gänzlich neue Klangsprache erfunden hat und dafür auch in der elektronischen Clubszene gefeiert wurde. Den Kopf können Sie hier getrost abschalten.

Kammgarn Bar, 6. – 9. Mai, ab 22:15 Late Night Jam Session

Die Konzerte in der Kammgarn sind zu Ende und Sie wollen noch nicht nach Hause? Müssen Sie auch nicht. Nebenan in der Bar geht der Abend erst los mit einer offenen Jamsession. Auf der Bühne stehen – Achtung, Überraschung – grosse Namen der Szene. Und wenn Sie selbst Musikerin sind, spielen Sie einfach mit!

Events ausserhalb der Kammgarn

Festivalauftakt in Stein am Rhein, Sonntag, 3. Mai

diverse Plätze, Sets zwischen 13:00 und 16:00 Uhr // Main Stage Innenhof Bürgerasyl 16:00 Uhr

Purzelkonzert

Vera Baumann (Stimme), Silke Strahl (Saxophon)

Niemand zu jung, selbst eine Musikerin zu sein! Vera Baumann und Silke Strahl improvisieren mit Schellen und Folien, mit Rettungsdecken und Küchenutensilien, und kreieren damit Klanglandschaften, die Kinder von 0 bis 2 Jahren nicht nur staunen lässt, sondern sie auch inspiriert, selbst Musik zu machen.

Lukas und Wale auf den Spuren des Jazz

Tenzin Ngingthatshang (Gesang), Patrick Joray (Altsaxophon & Querflöte), Livia Marras (Klavier), Tim Hüllstrung (Gitarre, Gesang & Komposition), Pino Zortea (E-Bass, Gesang & Komposition), Janis Jaunalksnis (Schlagzeug)

Der junge Lukas und der alte Matrose Wale segeln um die Welt auf der Suche nach dem Jazz. Wo immer sie ankommen, sei es in Rio de Janeiro oder in Tokyo, kommen sie in den Genuss zauberhafter Musik. Ein faszinierendes Live-Hörspiel für die ganze Familie mit Text und Bildern, vertont mit Saxophon, Querflöte, Gitarre, Bass, Schlagzeug und Gesang.

Café da Manhã

Debora Monfregola (Gesang), Oliver Pellet (Gitarre), David Cogliatti (Klavier), Daniel Somaroo (Bass), Florian Haas Schneider (Schlagzeug)

Sie wollen, dass es endlich Sommer wird? Café da Manhã, das Quintett aus Basel, spielt eine Mischung aus Samba, Bossa Nova und Jazz, die selbst lahme Beine zappeln lässt. Falls jemand auf die Idee kommt, in Stein am Rhein einen Caipirinha-Stand aufzumachen – heute macht er seinen Rekordumsatz.

New Balkan Folk – Platz Städtli

Janina Fink (Violine & Leitung), Roland von Flüe (Klarinette), Nayan Stalder (Hackbrett), Roko Jurcevic (Gesang, Tambura, Gitarre), Valerie Dupertuis (Akkordeon), Jakob Falz (Kontrabass), Luca Dällenbach (Perkussion)

Ja, diese Band stammt tatsächlich aus der Innerschweiz! Mit Geige, Bass, Hackbrett, Klarinette, Tambura und Akkordeon taucht das Septett ganz tief ein in die Tradition südosteuropäischer Volksmusik und verwebt sie mit ungeraden Rhythmen und zeitgenössischen Experimenten.

Nomen est omen – New Balkan Folk.

Schuler / Schuler

Laura Schuler (Violine & Stimme), Luzius Schuler (Orgel)

Die Geschwister Laura und Luzius Schuler, sie an der Violine, er an den Tasten, sind aus der Schweizer Improvisationswelt längst nicht mehr wegzudenken. In der Kammgarn hörte man sie zum Beispiel als Trio Esche. Jetzt sind sie für eine experimentelle Klangperformance mit Orgel in einer Kirche. Ein Fest für die Sinne!

Maio / Torgue Duo

Mirko Maio (Klavier), Lenni Torgue (Vibraphon)

Lenni Torgue und Mirko Maio, das sind zwei junge Musiker aus der Romandie mit einem lyrischen, melodischen Klang. Mal erinnern einen die beiden an afro-kubanische oder senegalesische Rhythmen, mal feiern sie mit Piano und Vibraphon eine Hommage an das legendäre Duo Chick Corea und Gary Burton. Von den beiden wird man noch hören.

Paula Oliveira & Léo Tardin

Paula Oliveira (Gesang), Léo Tardin (Klavier)

Der Genfer Pianist Léo Tardin und die portugiesische Sängerin Paula Oliveira machen seit über 20 Jahren zusammen Musik und erkundeten auf einer Handvoll Alben die portugiesische Musikkultur. Jetzt haben sie im intimen Duo Lieder des legendären Kino-Komponisten Michel Legrand neu interpretiert und mit portugiesischen Texten versehen.

Hauptbühne: Lea Maria Fries – 16:00

Lea Maria Fries (Gesang, Leitung), Gauthier Toux (Klavier), Julien Herné (Bass), Antoine Paganotti (Schlagzeug)

Man glaubt es kaum, aber diese Scheibe ist tatsächlich ein Debüt! Lea Maria Fries braucht man eigentlich nicht vorzustellen. Mit Anfang 20 beeindruckte sie Quincy Jones am internationalen Gesangswettbewerb in Montreux. Später gründete sie in Berlin die Electro-Pop-Band Visitor, mit der sie vor zehn Jahren ein bemerkenswertes Konzert im TapTab spielte. In der Zwischenzeit hat sich die Luzernerin in Paris niedergelassen und sich mit einigen der gefragtesten Namen der pulsierenden Szene der französischen Hauptstadt zusammengetan. In ihrer neuen Band spielen der Pianist Gauthier Toux, mit dem sie auch schon in Schaffhausen auftrat, der grosse katalanische Trompeter Raynald Colom, der Akkordeon-Gigant Vincent Peirani und ihr Partner, der Bassist Julien Herné, der auch das Erstlingsalbum «Cleo» produziert hat. Die grossartige Scheibe zeigt hochmodernen Jazz mit Pop-Einschlag und elektronischem Unterbau, und sie zeigt Fries’ sicheres Gespür für Rhythmus und Groove. Ein im besten Sinne mutiges Werk, roh und zerbrechlich, sensibel und brachial, vor allem aber wunderbar verspielt.

Tap Tab, 7.-9. Mai

Club Konzerte

TapTab, 7. Mai, 19:30

JAZZ-KINO: Max Roach und Drums Solokonzert Bernie Ruch

Bernie Ruch (Schlagzeug)

Max Roach ist eine Jazz-Legende, einer der besten Schlagzeuger der Welt, doch in seiner über 70 Jahre dauernden Karriere war er noch viel mehr – vom Hip-Hop-Wegbereiter bis zum Bürgerrechtsaktivisten. In einem international gefeierten Dokumentarfilm erinnern sich Leute wie Harry Belafonte, Questlove von The Roots oder Quincy Jones an den Ausnahmemusiker.

Einer, der sich ebenfalls an Max Roach erinnert, ist der Schaffhauser Schlagzeuger Bernie Ruch, der einst von ihm unterrichtet wurde und jetzt in einem halbstündigen Solokonzert in diesen Filmabend einführen wird.

TapTab, Freitag, 8. Mai, 20:30 Neal Sugarman

Neal Sugarman (Tenorsaxophon), Thomas Bouser (Hammond B-3 Orgel), Ron Magril (E-Gitarre), Claudio Strüby (Schlagzeug)

Sie mögen Soulmusik? Dann kennen Sie das Label Daptone Records, das den Soul vor 25 Jahren zurück auf die Bühnen der Welt brachte und Heimat wurde für Sharon Jones, Charles Bradley oder Lee Fields. Gegründet hat das Label ein Mann namens Neal Sugarman, der als Saxophonist auch bei der Hausband The Dap-Kings mittut, die Alben für Amy Winehouse, Mark Ronson oder Al Green einspielte. Seit der Grammy-Gewinner Sugarman in Zürich wohnt, sieht man ihn auch hierzulande immer mal wieder auf der Bühne. Nun kommt er mit einem neuen Quartett mit Hammond-Orgel nach Schaffhausen, tief verwurzelt in der Tradition von Soul, R’n’B und Jazz.

TapTab, Freitag, 8. Mai, 22:00 Electric Monk

Balts Hürner (E-Gitarre, Samples, Effekte), David Bruppacher (Rhodes, Keyboards, Stimme, Visuals, Effekte), Thomas Wirz (E-Bass, Effekte), Adrian Wäckerlin (Schlagzeug, Perkussion, Effekte)

Electric Monk sind die Meister der kühlen Gefühle, die urplötzlich überborden: Seit knapp acht Jahren machen Balts Hürner, Thomas Wirz, Adrian Wäckerlin und David Bruppacher gemeinsam Musik. In endlosen Sessions im Kleinstadt-Keller bewegen sich die vier Tüftler mit Gitarre, Bass, Schlagzeug und Synthies durch den Äther – nächste Haltestelle: immer eine neue Klangwelt, immer inconnue. So nehmen sie mit auf eine Reise durch Bild, Raum und Schall. Ein dunkel-buntes Fest der Innerlichkeit mit ekstatischen Ausbrüchen. Wild und schön, wie luzides Träumen.

TapTab, Freitag, 9. Mai, 20:30 Layena

Es war einmal ein gutes Dutzend junge Jazzerinnen und Jazzer vom Tessin bis Basel, die sich in endlosen Jamsessions verloren, nigerianischen Afrobeat mit Electronic Dance Music vermengten, das Ganze mit Hip-Hop, Latin oder italienischen Chanson abschmeckten und sich den Namen Mambassa Collective gaben. In der Zwischenzeit sind einige Jahre vergangen, aus dem Dutzend wurde ein Nonett namens Layena mit drei Bläsern, das 2024 das Debüt «Arcades» veröffentlichte, eine Scheibe mit einem wunderbar wohligen Groove. Am besten aber ist diese Band live.

TapTab, Samstag, 9. Mai, 22:00 Binary Boy

Arno Grussendorf (Keys, E-Bass), Jakob Seeber (Schlagzeug, Rap)

Der Club TapTab, das muss hier vorausgeschickt werden, ist das Zentrum der Schaffhauser Untergrundkultur. Und keine der diesjährigen Jazzfestival-Bands passt besser hierher als Binary Boy. Jakob Seeber und Arno Grußendorf machen waschechte House-Musik, wobei Einflüsse von UK Garage und Drum‘n’Bass nicht von der Hand zu weisen sind. Doch was viele zu Hause mit ihrem Drumcomputern produzieren, spielen die beiden mit echten Instrumenten ein, um dann auch noch darüber zu rappen. Auf dass diese Nacht niemals zu Ende geht

Neustadtbar, 9. Mai

Neustadtbar, Samstag, 9. Mai , 18:00 – 20:00 Patrick Sommer Quintet

Charlotte Lang (Baritonsaxophon & Flöte), Bastien Rieser (Trompete & Flügelhorn), Christoph Grab (Tenor & Alto Sax), Pius Baschnagel (Schlagzeug), Patrick Sommer (Kontrabass & Komposition)

Wenn Sie sich ab und an in der Schweiz ein Jazzkonzert oder etwas Artverwandtes reinziehen, haben Sie ihn bestimmt schon einmal gehört. Der 50-jährige Bassist Patrick Sommer gehört zu den Umtriebigsten seiner Zunft, spielt in Dave Feusis Funkkapelle Groovin’ J 5 ebenso wie in Max Lässers Überlandorchester. Nur als Bandleader kennt man ihn nicht. Zumindest bisher. Nun hat Sommer ein Quintett mit drei Bläsern gegründet und das farbige, zugängliche Album

«Momentum» eingespielt. Er zeigt es uns in der Neustadtbar, dem besten Jazzclub weit und breit.

Bachturnhalle 6. + 9. Mai

Bachturnhalle, Samstag, 9. Mai, 9:00 – 12:00 Jazztasten-Brunch

Thomas Silvestri (Tasten), Christoph Schwaninger (Tasten), Benjamin Külling (Tasten), Raphael Jost (Tasten), Joscha Schraff (Tasten)

Ein Tastenspektakel mit 1x Flügel, 2x Klavier, 1x Wurlitzer und 1x Melodica

Dieses Festivalprogramm macht Sie derart an, dass Sie am liebsten ganz viele Konzerte hören würden – aber so spät wollen Sie dann doch nicht mehr aus dem Haus oder Ihre Kinder müssen ins Bett? Dann kommen Sie an dieses kleine, aber feine Klavierfestival mit ausgedehntem Brunch am Samstagmorgen in die Bachturnhalle. Zwischen der Schlemmerei servieren fünf ausgefuchste Schaffhauser Tastenkatzen musikalische Delikatessen.

Bachturnhalle, Mittwoch, 6. Mai, 17:30 – 18:30 Live-Podcast “Wovon lebst du?”

Yumi Ito (Klavier, Gespräch)

«Wovon lebst du? Ein Podcast über Geld und Leidenschaft» stellt Fragen, die Musikschaffende nur selten hören: Wie viel verdienst du? Wie sieht dein Berufs- und Lebensalltag aus? Wie steht es um die Kulturförderung? Was bedeutet Musikmachen für dich? Ehrlich, direkt, ohne Romantisierung.

Für diese spezielle Live-Edition begrüsst Moderatorin Maria Ursprung die Musikerin Yumi Ito, eine der umtriebigsten und erfolgreichsten Schweizer Jazzmusikerinnen.

Präsentiert von der Stiftung Árvore und dem Schaffhauser Jazzfestival.

Haberhaus Bühne, Freitag, 8. Mai, 20:00 – 23:30 Lindy Hop

Raphael Jost (Gesang & Klavier), Bastien Rieser (Trompete & Flügelhorn), Christoph Grab (Tenorsaxophon), Raphael Walser (Kontrabass), Elmar Frey (Schlagzeug)

Ella’s Fellas (Tanz)

Sie tanzen gern? Sie mögen Lindy Hop? Oder sie möchten herausfinden, was es auf sich hat mit dieser Urform des Swing, die in den 1920er-Jahren in New York entstanden ist? An diesem Crashkurs mit der Tanzschule Ella’s Fellas aus Zürich finden Sie es heraus, musikalisch begleitet vom Quintett von Raphael Jost, dem unangefochtenen Swing-König der Schweiz.

Bergtrotte Osterfingen, Donnerstag, 7. Mai, 18:00 – 21:00

Jazz-Jass mit Raphael Jost

Raphael Jost (Gesang, Klavier)

Jass und Jazz – ein Begriffspaar mit Gemeinsamkeiten. Die Chance, dass beim Schweizer Nationalspiel die Karten zweimal hintereinander gleich verteilt sind, ist so hoch wie die Chance auf vier Lotto-Sechser hintereinander. Es ist also Improvisation gefragt. Bei diesem Jassabend in der Bergtrotte Osterfingen wird zur Stärkung ein Apéro riche serviert und der Jazz-Pianist Raphael Jost gibt bei Bedarf Nachhilfe in Improvisation.

Altstadt Schaffhausen, 6. – 9. Mai, 16:30 – 17:30 Platz-Jazz mit The Jazz Trio

Florian Egli (Altsaxophon), Raphael Walser (Kontrabass), Jonas Ruther (Schlagzeug)

Immer wieder ploppen ihre Namen in der Schweizer Jazzszene auf, immer wieder haben sie in den unterschiedlichsten Formationen am Schaffhauser Festival gespielt. Der in Trasadingen aufgewachsene Saxophonist Florian Egli, der Bassist Raphael Walser und der Schlagzeuger Jonas Ruther holen Standards an wechselnden Orten in Schaffhausen in die Gegenwart und empfangen die eine oder andere Gastmusikerin.

Das Jazz-Zelt, Fronwagplatz Schaffhausen 6.-9. Mai

Das Jazz-Zelt auf dem Fronwagplatz ist das Zentrum des Festivals. Hier gibt es täglich ab 14 Uhr Informationen – aber auch Begegnungen, Konzerte, Workshops und Häppchen.

Jazz-Zelt, Mittwoch, 6. Mai, 16:00 – 17:30 Jazz-Mob mit Chorisma

Anna-Barbara Winzeler (Leitung), Tobias Haug (Saxophon), Chorisma (Gesang)

Chorisma, das ist ein junger Schaffhauser Chor unter der Leitung von Anna-Barbara Winzeler, der regelmässig die Grenzen gewohnter Chormusik sprengt und auch mal auf musikalische Beizentour geht oder zur Disco Time lädt. Jetzt hat sich der Chor mit dem Schaffhauser Jazzsaxophonisten Tobias Haug zusammengetan, der gerade international für Furore sorgt. Das improvisierende Klangexperiment zieht als Mob durch die Altstadt. Halten Sie die Ohren offen!

Jazz-Zelt, Donnerstag, 7. Mai, 16:00 – 18:00 MKS Workshop Konzerte

Es ist eine Binse, und sie ist tatsächlich wahr: Jede und jeder fängt einmal klein an. Unter der Leitung von Lehrpersonen der Musikschule Kanton Schaffhausen haben sich Workshopbands aus Schülern gebildet, und diese steigen jetzt für ein Abschlusskonzert raus aus ihren Übungskellern, direkt auf die Openair-Bühne. Als Talentscout entdecken Sie hier vielleicht die Stars von übermorgen.

Jazz-Zelt, Freitag, 8. Mai, 19:00 – 19:45 tonuM Big Band

tonuM ist ein Wahrzeichen im doppelten Sinn. Liest man den Namen rückwärts, landet man bei der mittelalterlichen Schaffhauser Festung. Liest man ihn vorwärts, hat man eine über 30 Jahre alte Big Band aus lokalen Jazz-Enthusiasten vor sich, die ihren satten Orchestersound mit Swing, Funk, Latin, Blues und Rock anreichert. Auf der Bühne gibt es nur eine Richtung: vorwärts.

Jazz-Zelt, Samstag, 9. Mai, 10:00 – 12:00 Das Jazz-Tier

Theater Sgaramusch, Marena Whitcher

Seit über 25 Jahren machen Nora Vonder Mühll und Stefan Colombo Theater für junge Menschen und touren damit über kleine und grosse Bühnen in aller Welt. Für die zauberhaften Welten, die das Theater Sgaramusch mit einfachsten Mitteln erschafft, wurde ihm der Schweizer Grand Prix Theater verliehen. Jetzt erwecken Colombo und Vonder Mühll zusammen mit der Musikerin und Schauspielerin Marena Whitcher das Jazz-Tier zum Leben. Wie könnte das aussehen? Wie könnte es sich bewegen? Wie könnte es klingen? Alle Kinder sind herzlich eingeladen, bei der Erschaffung mitzuhelfen!

Jazz-Zelt, Samstag, 9. Mai, 13:00 – 18:00 Streetjazz-Festival

Nachwuchsbands von Studierenden der Schweizer Jazzhochschulen

An diesem Nachmittag hören Sie in Zeitraffer, wie er klingen wird, der Jazz von morgen. Junge Bands aus Lausanne, Bern, Luzern, Zürich und Basel mit Studierenden der verschiedenen Schweizer Musikhochschulen geben einen Einblick in ihre Projekte. Die Dichte an Rohdiamanten – ziemlich überwältigend.

DIY-Instrumente mit dem Kulturlabor, 6.-9. Mai & im Vorfeld des Festivals

Instrumentenbau-Workshops @Kulturlabor: 11.3. (14-17 Uhr), 27.3. (17-20 Uhr), 8.4. (14-17 Uhr),

22.4. (14-17 Uhr)

Community-Music-Events: 06. – 09. Mai, TBA

Beat Wipf, Rubén Fructuoso

Was ist Jazz?, fragt das Schaffhauser Jazzfestival. Und mögliche Antworten lauten: Xylophone aus Dachlatten, Rasseln aus Petflaschen, Flöten aus Kartonröhren, mit Handpumpen betriebene Blockflötenorgeln. Entstanden sind all diese Instrumente im Schaffhauser Kulturlabor, einem einzigartigen Begegnungsraum im ehemaligen Kaufhaus EPA in der Altstadt. Im Grunde ist es eine Kulturdenkfabrik, in der die Betreiber Beat Wipf und Rubén Fructuoso (die auch ein ziemlich beachtliches Künstlerkollektiv sind) alles Mögliche möglich machen – von der Werkzeugleihe über Dunkelkammer und Tonstudio bis zur inklusiven Jamsession. Im Vorfeld des Jazzfestivals haben Fructuoso und Wipf in Workshops mit der Bevölkerung ungewöhnliche Instrumente gebaut. Diese klingen nicht nur ziemlich anständig, sie zeigen auch, wie niederschwellig Jazz sein kann. Bauen auch Sie Ihr Instrument, werden Sie Teil des Sounds des Schaffhauser Jazzfestivals 2026!

Jazz-Bus mit “Bird, Bear and Bee”, 125-Jahre Jubiläum VBSH 6. – 8. Mai, 14:00 – 16:00

Urs Bossart (Saxophon, Klarinette), Jean-Charles Reber (Klavier), Silvia Müller (Gesang)

Seit 125 Jahren fahren in Schaffhausen Busse, und zum Jubiläum steigt das Trio Bird, Bear und Bee mit ein. Der Jazzbus macht Halt* in Neunkirch, Thayngen, Beringen und Neuhausen. Mit an Bord sind drei Schaffhauser Musikerinnen und Musikern, die sich munter durch die Musikgeschichte spielen, mit Standards und Songs von Nina Simone bis Louis Armstrong.

*Mitfahren im Bus ist leider nicht möglich. Der Bus wird auf definierten Plätzen stehen.

Festivalplakt 2026

Nadja Kirschgarten

Der Bogen ist eine denkbar einfache geometrische Figur. Und doch kann man sich darin wunderbar verlieren. Die Künstlerin Nadja Kirschgarten – aufgewachsen in Stein am Rhein bei Schaffhausen, 25 Jahre im Kunstgeschäft – ist ihm 2023 während eines Atelierstipendiums des Kantons Schaffhausen in Kairo verfallen, wo sie sich jahrtausendealten, kulturübergreifenden Formen widmete. Zurück in der Schweiz wurde die Malerin für ihre grossflächigen Gemälden zwar mit dem Ernte-Kunstpreis ausgezeichnet. Im Schatten dieser figurativen Bilder, die zähnefletschende Höllenhunde, nackte Frauen oder pinke Ponys zeigen, ging sie in ihrem Atelier in Basel aber auch weiterhin diesen Bögen nach. Sie schaffte sich Brennöfen an und begann, Bögen aus Ton zu formen. Und es entstand eine farbige, aber dezente Aquarell-Serie, die Himmel und Erde vereint. «Die Aquarelle sehen aus wie Kinderbilder», sagt Kirschgarten. Unnötig zu sagen, dass sie das keineswegs sind. Wie passend, dass eines davon zum Festivalplakat wurde, getreu der Frage «Was ist Jazz?»!

Label-Night mit Intakt Records

Das Schaffhauser Jazzfestival entstand 1990, weil die Erfinder Haus Näf und Urs Röllin der Grande Dame des Schweizer Jazz in ihrer Heimat Schaffhausen eine Bühne geben wollten: der Pianistin Irène Schweizer. Ähnliches lässt sich über das Kultlabel Intakt erzählen, das 1986 im Umfeld des im Entstehen begriffenen Zürcher Taktlos-Festivals gegründet wurde. Der Zürcher Patrick Landolt wollte zu Irène Schweizers 20-Jahre-Bühnenjubiläum eine Platte aufnehmen, und weil er dazu ein Label brauchte, gründete er eben eines. Heute, 40 Jahre und über 400 Platten später, ist Intakt Records Kult. Die als Verein organisierte Institution treibt die zeitgenössische, experimentelle Musik abseits der Zentren unermüdlich voran und drückt den Bands dabei keinerlei Klangästhetik auf, wie es andere Labels tun. Kürzlich hat sich Landolt zurückgezogen und die Geschicke pünktlich zum Jubiläum an ein neues Leitungsteam übergeben, das anlässlich der Feierlichkeiten einen Abend am Schaffhauser Jazzfestival kuratiert. Happy Birthday!

Das Schaffhauser Jazzfestival zeigt in seiner 36. Ausgabe ein hochkarätiges und vielseitiges Programm – ein Spiegel der aktuellen Schweizer Jazzszene. Vom 18. bis zum 24. Mai 2025 wird die Stadt Schaffhausen zum Zentrum des aktuellen Schweizer Jazz. Mit der viertägigen Werkschau in den Hallen der ehemaligen Garnspinnerei Kammgarn und dem öffentlichen, interdisziplinären und niederschwelligen Eröffnungsanlass in Stein am Rhein ist das Festival ein Muss für Jazz-Liebhaber, Musikbegeisterte und alle, die einen Einblick in das kreative Jazzschaffen 2025 erhalten möchten.

[alle inhalte von der mieterin zvg]

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